Arbeitskreis Wasser diskutiert zukünftige Ausgestaltung der Wasser- und Abwasserentgelte

Am 08. Juni 2026 trat der Arbeitskreis Wasser der Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan zu einer weiteren Sitzung zusammen. Ziel des Arbeitskreises ist es, die bestehenden Entgelt- und Beitragssysteme der Wasserver- und Abwasserentsorgung zu analysieren, mögliche Alternativen zu betrachten und eine sachliche Grundlage für die politische Diskussion zu schaffen.

Im Rahmen der Sitzung stellte der Koordinatort unsere VOTUM-Arbeitsgruppe, Friedrich Beck, ein Konzept für ein alternatives Entgeltmodell vor. Ausgangspunkt der Überlegungen ist die Frage, wie die Kosten der Wasserver- und Abwasserentsorgung möglichst transparent, nachvollziehbar und verursachungsgerecht verteilt werden können. Hierzu wurden unterschiedliche Modelle aus Rheinland-Pfalz betrachtet sowie Empfehlungen von Fachverbänden und Erfahrungen anderer Kommunen ausgewertet.

Ein Schwerpunkt der Präsentation lag auf der Wasserversorgung. Vorgestellt wurden verschiedene Möglichkeiten der Gebührenstruktur, darunter Modelle mit Grundgebühren nach Zählergröße, nach Verbrauchsmenge oder als Kombination beider Ansätze. Ziel der Überlegungen ist es, die tatsächliche Inanspruchnahme der Infrastruktur stärker in den Mittelpunkt zu stellen und gleichzeitig eine langfristige Finanzierung der Werke sicherzustellen.

Auch für die Abwasserbeseitigung wurden alternative Ansätze vorgestellt. Dabei standen insbesondere Modelle im Fokus, die die tatsächliche Nutzung der Infrastruktur stärker berücksichtigen. Für die Niederschlagswasserbeseitigung wurde darüber hinaus ein Ansatz vorgestellt, bei dem die tatsächlich bebaute, befestigte und an die Kanalisation angeschlossene Fläche als Grundlage für die Gebührenberechnung dient.

Besonders wertvoll war der fachliche Austausch mit den Vertretern der Verbandsgemeindewerke Oberes Glantal sowie Lauterecken-Wolfstein. Beide Werke stellten ihre jeweiligen Entgelt- und Beitragssysteme ausführlich vor und erläuterten deren praktische Umsetzung sowie die Erfahrungen aus ihrer täglichen Arbeit. Diese Einblicke haben die Diskussion erheblich bereichert und ermöglichten einen direkten Vergleich unterschiedlicher Modelle.
Ein weiterer Dank gilt den Mitarbeitern der Verbandsgemeindewerke Kusel-Altenglan. Sie haben die Diskussion offen, konstruktiv und sachorientiert begleitet und sich jederzeit gesprächsbereit gezeigt.

Ebenso bedanken wir uns bei Bürgermeister Schneider sowie den Vertretern aller Fraktionen für die sachliche und ergebnisoffene Diskussion.

Gerade dieser Austausch hat eine wichtige Erkenntnis bestätigt: Es gibt nicht das eine Gebührensystem, das grundsätzlich besser oder schlechter ist als ein anderes. Jedes Modell setzt unterschiedliche Schwerpunkte. Während manche Systeme stärker auf Verursachungsgerechtigkeit ausgerichtet sind, legen andere den Fokus auf Verwaltungsvereinfachung, Gebührenstabilität oder eine möglichst einfache Nachvollziehbarkeit für die Bürger.

Die Frage nach dem richtigen System ist daher nicht ausschließlich eine technische oder betriebswirtschaftliche Entscheidung. Sie ist auch Ausdruck politischer Schwerpunktsetzungen und Wertungen. Genau deshalb halten wir es für wichtig, bestehende Regelungen regelmäßig zu überprüfen und alternative Modelle unvoreingenommen zu betrachten. Wir möchten hier insbesondere auf die Zukunftsfähigkeit achten. Die neuen Herausforderungen können nicht wieterhin mit alten Lösungsansätzen entgegnet werden. VOTUM ist davon überzeugt dass wir an dieser Stelle großes Optimierungspotential haben.

Im Ergebnis wurde das Thema zur weiteren Beratung an den Werkausschuss der Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan verwiesen. Dieser wird sich in seiner nächsten Sitzung am 17. Juni 2026, im nichtöffentlichen Teil, mit dem weiteren Vorgehen befassen.

Wir werden den Prozess weiterhin konstruktiv begleiten und uns dafür einsetzen, dass die Diskussion auf Basis nachvollziehbarer Zahlen, transparenter Vergleiche und sachlicher Argumente geführt wird.

Link zur Präsentation: t3://file?uid=5926